S o   e i n e   H i t z e !

B u e n o s   A i r e s


Gut warm ist es hier. Na ja, wussten wir ja schon aus dem Internet, außerdem hatte der Flugkapitän durchgesagt: "In Buenos Aires derzeit 33 Grad." Nachts, wenn wir ankommen, denke ich, wird es schon kälter sein und unser Hotel hat ja eine Klimaanlage. Die dicke Winterjacke jedenfalls kann ich schon vor der Passkontrolle ausziehen, darunter habe ich noch ein weißes Unterhemd, ein grünes langarmiges T-Shirt, ein kariertes Flanellhemd und ein bordeaux-rotes Kordhemd. Das lange, lange Warten an der Gepäckausgabe (warum kommen unsere Rucksäcke als letzte? Weil wir als erste eingecheckt haben ?) trägt auch nicht zur Abkühlung bei.

Nichts wie raus aus dem Flughafen. Da ist auch schon die Bude der Busfirma, die unser Reiseführer empfiehlt. Soll ich jetzt Englisch oder Spanisch reden? Und wie soll ich bezahlen, müssen wir erst Geld umtauschen? Unsicher versuche ich es mal auf Englisch. Aha, ich darf mit der VISA-Card bezahlen, aber wo ist die? In Horrem hatte ich mich von Charlotte, der erfahrenen Südamerika-Reisenden, beraten lassen, wie ich zwei Kreditkarten, Bargeld, Pass, Passkopie und PINs und TANs so auf Rucksack, Brustbeutel und Brieftasche verteile, dass bei den verschiedensten Szenarien von verlorenem Gepäck bis zum Raubüberfall nie alles zugleich weg ist. Hatte mir eingeleuchtet. Nur fehlte mir jetzt eine Skizze, wo was ist. Die VISA-Card mit den Euros im Brustbeutel oder getrennt davon im Portemonnaie? Aber da ist sie nicht, also doch im Rucksack? Ich komme ins Schwitzen, Roswitha zückt ihre Karte, die sie einfach (wie leichtsinnig!) zusammen mit dem Rest in der Handtasche hat. Inzwischen ist die junge Frau am Terminal etwas ungeduldig geworden, ich verstehe was von 20 Dollar oder 95 Pesos und versuche krampfhaft - wie sich zeigen sollte, vergeblich - das im Kopf umzurechnen. Schon habe ich 95 Pesos (20 Euro) bezahlt, und zwar für ein Taxi, nicht für den Bus.

Während ich immer noch versuche, auszurechnen, ob das nun teuer oder billig war, kommt uns der Taxi-Chauffeur abholen. Es geht zügig über die Stadtautobahn, durchs weit offene Fenster kommt kühlere Luft, ich atme auf. Wir haben wieder festen Boden unter den Füßen und der Fahrer wird die Strecke schon im Griff haben, sage ich mir. Dann stehen wir was im Stau, der Fahrer flucht und fährt über Nebenstrassen, die mir anfangs unerklärlichen plötzlichen Schlangenlinien, die er fährt, entpuppen sich als ein Ausweichen vor Schlaglöchern. Nach einer Stunde - mir kamen schon Zweifel, ob der Fahrer die Strasse wirklich finden würde - sind wir an der angegebenen Adresse angekommen. Komische Gegend, von Hotel nichts zu sehen. Der Fahrer geht auf die Suche, kommt zurück. Wir sind richtig, das Hotel "Costa Rica" ist nur von außen nicht beleuchtet. Ich steige aus. Puh, ist es hier heiß. Das Taxi hatte wohl eine Klimaanlage gehabt ...

22.15 Uhr und noch so eine warme, stickige Luft. Im Hotel auch. Unser Zimmer kannte ich schon von Fotos aus dem Internet; die Realität war dann doch erst mal schockierend: sehr wenig Platz, Fenster nur zum Treppenhaus, keine Klimaanlage, statt dessen ein großer Standventilator. Der Schweiß strömt. Wir haben nichts zu trinken und noch kein Geld umgetauscht, also raus zum Geldautomaten und zum Kiosk. Wo sind wir hier nur gelandet? Es riecht überall, Mülltüten liegen auf den Gehwegen, die fast alle mal renoviert werden müssten. Geschlossene Läden, Hundescheiße, Metallgitter vor Fenstern, Türen und Häusern, schöne neue alte baufällige kleine große top gepflegte Häuser, alles durcheinander. Warmer Wind wie aus dem Föhn. Ein Kiosk ist schnell gefunden, ein Bargeldautomat nicht. Wir fragen einen Mann von einer privaten Sicherheitsfirma, und weil mir jetzt auch einfällt, wo meine Kreditkarte ist, können wir 300 Pesos ziehen und was trinken gehen.

Die ersten Pesos geben wir in einem modernen glatt-gestylten Cafe aus, das sich als Eisdiele entpuppt. Ich trinke eine Fanta, das seltsamerweise in Argentinien röter ist als bei uns. So gestärkt gehen wir zurück. Wasser trinken, Zähne putzen, ins Bett. Nach unserer Zeitrechnung ist es 4.00 Uhr morgens. Ob wir bei der Hitze und laufendem Ventilator schlafen können? Wir können.



30. Dez. 2008   -   Buenos Aires

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